Donnerstag, 22. Oktober 2026
Zwicky-Fabrik Fällanden
Wigartenstrasse 13
Beginn 20 Uhr, Türöffnung 19:45 Uhr
Barbetrieb
CHF 15.–
Keine Anmeldung, freie Platzwahl
→ Flyer


Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad, studierte arabische Sprache und moderne arabische Literatur. Er forschte an der Universität Bagdad, publizierte erste Bücher und musste 2002 wegen eines Theaterstücks fliehen. Er kam in die Schweiz und arbeitet heute als Übersetzer, Kulturvermittler und Autor und ist seit 2021 Literaturkritiker beim Literaturclub des Schweizer Fernsehens. Sein erster Roman In der Fremde sprechen die Bäume arabisch wurde mehrfach ausgezeichnet.
In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied: Als der Vater im Sterben liegt, besucht ihn sein Sohn Gadi nach Jahren zum ersten Mal. Mit dem letzten Wunsch, dass seine Asche zur Hälfte in Jerusalem begraben, zur Hälfte in Bagdad in den Tigris gestreut wird, und den Tagebüchern des Vaters begibt sich Gadi auf die Reise nach Bagdad. Es ist auch eine Zeitreise in die Vergangenheit, die mit der Geschichte des Iraks seit den 1930er Jahren verbunden ist. In seinen Tagebüchern berichtet der Vater über die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung Bagdads. Welche Rolle haben die Nationalsozialisten in Deutschland dabei gespielt? Al Shamani beginnt da, wo die offiziellen Erzählungen abbrechen, wo Erinnerungen fragmentarisch werden und Stimmen fehlen. Dabei hat die Vergangenheit viel zu erzählen. Ihre Schatten reichen bis in die Gegenwart, während die Träume am Ufer des Tigris zurückgeblieben sind.
Ein eindrücklicher Roman über ein Stück irakischer Geschichte, das untrennbar mit der deutschen und europäischen Vergangenheit verbunden ist.
«Schon als Student lachte ich innerlich, wenn jemand behauptete, eine Sprache zu beherrschen. Im Meer der Sprache bin ich ein Sandkorn, das davon träumt, eine Perle zu sein.»
